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So kommen Dokumentationen im Ausland an

united docs bei „German Screenings” und MIPCOM

Schabowski's Note

Herausragende Produktionen präsentiert united docs bei den 34. „German Screenings“, der größten Vertriebsmesse für deutschsprachige Fernsehproduktionen. Darunter auch spannende Filme des WDR.

Vom 29. November bis 2. Dezember treffen sich bei den „German Screenings“ in München die deutschen und österreichischen Programmanbieter german united distributors, Telepool sowie ORF und Deutsche Welle mit Programmeinkäufern.
Rund 150 Teilnehmer aus 26 Ländern werden erwartet. Sie können aus über 10 000 Stunden Programm die Highlights für ihre Fernsehsender auswählen.

Großer Rausch

Relevant
United docs, der internationale Dokumentarfilmvertrieb, präsentiert sich mit hochwertigen TV-Programmen aus öffentlich-rechtlicher Hand. „Gefragt sind journalistisch-investigative Stoffe mit internationaler Relevanz“, sagt Silke Spahr, Geschäftsführerin der united docs GmbH, einer Beteiligung der WDR mediagroup.
Bestes Beispiel dafür sei die WDR-Dokumentation „Lachsfieber“ (Redaktion: Tibet Sinha), die dem internationalen Publikum in München erstmals vorgestellt wird.
Autor Wilfried Huismann, dreifacher Grimme-Preisträger, deckt darin auf, wie ein weltweit führender Zuchtlachsproduzent mit seinen Mastfarmen die Existenz eines wichtigen Ökosystems im Süden Chiles gefährdet. Ein spannendes Thema, das Verbraucher überall betrifft.
„Gerade mit solch investigativen Stücken hat sich der WDR international einen sehr guten Ruf erarbeitet“, sagt Silke Spahr. Bei den „German Screenings“ werden fertige Filme und Trailer neuer Projekte einem ausgewählten Kundenkreis vorgestellt. Außerdem vertiefen die Programmvertriebe ihre Kontakte, die sie während der MIPCOM 2009 im Oktober in Cannes geknüpft hatten. Bei der weltweit größten TV-Messe mit zirka 10 000 Teilnehmern hatte sich schon gezeigt, welche Themen deutscher Dokumentationen und Dokumentarfilme derzeit im Ausland gefragt sind. Großes Interesse weckte die WDR/ARTE-Produktion „Das Mädchen und das Foto“ (Redaktion: Sabine Rollberg, Susanne Spröer), in der Marc Wiese zeigt, wie ein weltbekanntes Foto aus dem Vietnamkrieg das Leben aller Beteiligten verändert hat. Bereits aus über 40 Ländern wurde diese Dokumentation angefordert.

Kindersklaven

Internationale Wirkung
Auch der renommierte Fernsehpreis International Emmy, der Ende November in New York verliehen wurde, ist ein Gradmesser für die internationale Wirkung: Dafür nominiert wurde die WDR-Reportage „Kindersklaven“ (Autoren: Rebecca Gudisch, Tilo Gummel), die sich im Portfolio der united docs befindet. Ebenfalls in die Emmy- Finalrunde hat es „Der große Rausch – ein Investmentbanker packt aus“ (Eco Media für den WDR, Autor: Stephan Lamby) geschafft.
Internationale Relevanz besitzt auch sie: Der ehemalige Finanzanalyst Geraint Anderson gewährt pikante Einblicke in Partyexzesse, Gier und Fehlspekulationen der Banker in der Londoner City. Die Enthüllungsgeschichte aus der Finanzwelt verkaufte sich bislang in neun Länder, darunter Dänemark, Belgien, Polen und die Niederlande.
Große historische Themen stehen außerdem hoch im Kurs bei internationalen Programmentscheidern.
Daher hilft united docs oft, aussichtsreiche Projekte der Redaktionen durch einen Finanzierungsanteil oder durch Vermittlung von internationalen Koproduktionspartnern zu realisieren.

Neue Sehgewohnheiten
Aktuell ist ein Hochglanzprojekt über den Bau gotischer Kathedralen in Europa in Vorbereitung. Dabei spielt die Machart der Filme eine wichtige Rolle: Sie entscheidet, ob eine Produktion bei Programmplanern und Publikum gut ankommt.
International nachgefragt sind derzeit aufwändige, computergenerierte Bilder und Animationen wie auch der Einsatz von nachgestellten Szenen auf Spielfilmniveau, so genannte Re-Enactments.
Gleichzeitig bleibt die klassisch erzählte Dokumentation mit hochwertigem Archivmaterial und exklusiven Interviews im Fokus.
Silke Spahr wünscht sich von den Produzenten: „State-of-the-Art im Look und starke Geschichten, die detailliert ausrecherchiert sind. Dokumentationen, auf die beides zutrifft, können wir gar nicht genug haben. Dann gelingt es uns, in anderen Ländern Käufer und Finanziers zu finden. Das sichert wiederum neue Projekte oder macht die Realisierung mancher Filme überhaupt erst möglich.“

silke.spahr@united-docs.com

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